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Baumschnittkurs am 24. April

„Je waagrechter ein Ast steht,
umso schwächer wächst er,
desto mehr fruchtet er.“

Am 24. April ging es per Astscheren, Sägen und einer??? einem Apfelbaum an die Krone. Der vom Gartenbauverein für März angebotene Baumschnittkurs musste wegen ungünstiger Witterung zweimal verschoben werden. Auch der ursprünglich geplante Ort, die Streuobstwiese, wurde aus organisatorischen Gründen nicht genutzt, so dass das Vorhaben im Privatgarten eines Vereinsmitgliedes stattfand, das darum gebeten hatte, seinen Apfelbaum entsprechend zu „stutzen“.

Vorsitzende Jutta Dietzel und Schriftführerin Tanja Reinhard, beide ausgebildete Baumwarte, freuten sich, den Interessierten entsprechende Anregungen und Tipps über den Rückschnitt von Obstgehölzen zu vermitteln. Während die Vorsitzende theoretische Aufklärung bezüglich Fruchtmumien, Astring- oder Zapfenschnitt, Saftwaage, Schnitt auf Außenauge, Erziehungsschnitt oder Erhaltungsschnitt bzw. Fruchtholzerneuerung und die Apfellaus gab, führte Tanja Reinhard überwiegend den praktischen Aspekt, auch im Hinblick auf Unfallverhütung, vor.

Schon bald wurde den Teilnehmern klar, dass es wichtig ist, den Baum zu Beginn und immer wieder zwischendurch genau zu begutachten, um die nur die erforderlichen Äste zu entfernen. Hilfreich ist es auf jeden Fall, eine zweite Person zu Hilfe zu haben, die den im Baum befindlichen Akteur aus der von unten optimalen Sichtweise dirigiert. So wurden Konkurrenztriebe genauso ausgelichtet wie Wasserruten und zu steil stehende Fruchtäste. Das Schnittgut wird erst zum Schluss entsorgt, damit man einen Überblick hat, in welchem Umfang bereits Äste entfernt wurden. Eine lichte Krone bedeute für den Baum mehr Assimilation und weniger Pilzkrankheiten, da sich nach Regenschauern eine schnellere Trocknung des Blattwerkes einstelle.
 
Auch wurde allgemeines Wissen vermittelt: Nach einer Neupflanzung sollten bei Kernobst zur Stammverlängerung drei Leitäste stehen bleiben, bei Steinobst vier Leitäste. Bei Kernobst erfolgt der Schnitt meist im zeitigen Frühjahr nach Beendigung des Frostes und vor dem Austrieb der Blüten oder ein ergänzender Sommerschnitt, bei Kernobst, z. B. bei Kirschen, erfolgt der Rückschnitt mit der Ernte, was auch einen Vorteil beim leichteren Ableeren der Früchte bei den abgesägten Ästen ergebe. Nach dem Absägen stärkerer Äste ist es sinnvoll ein gutes Baumwachs aufzustreichen.